Witziges über Schmalkalden
Wie kam der Spitzname „Pfloasterschisser“ für die Schmalkalder Bürger zustande?

Die Einwohner Schmalkaldens werden von den Bewohnern der umliegenden Ortschaften als „Pfloasterschisser“ bezeichnet, worüber die Gäste erfahrungsgemäß schmunzeln müssen.

Doch woher rührt dieser fäkale Name?

Ungefähr im 14. Jahrhundert wurden in Schmalkalden bereits die Straßen gepflastert, ganz im Gegensatz zu den in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Dörfern.


Das neue Kopfsteinpflaster wurde in der Stadt der Pfloasterschisser nach historischem Vorbild gesetzt
Dort waren die Straßen und Wege von Matsch, Pfützen und Staub geprägt. Somit kam großer Neid auf. Doch damit ist erst die Hälfte des Spitznamens erklärt.

Die Endung „Schisser“ steht im krassen Widerspruch dazu und hat nichts mit Ängstlichkeit zu tun. Nein, man meinte damit im wahrsten Sinne des Wortes, dass die Schmalkalder dieses schöne Pflaster auf eklige Art und Weise verschmutzt haben. Die gepflasterten Wege besaßen nämlich Rinnen als offen abfließende Kanalisation, in welche unter anderem auch das Nachtgeschirr der Anwohner entleert wurde. Hunde und Pferde hatten sicherlich ebenfalls einen Anteil am zusätzlichen Straßenbelag.


Der Altmarkt ist mit den neuen Pflastersteinen zu einem wahren Schmuckstück geworden. Hier finden Sie gleich zwei Eiscafes nebeneinander mit vielen köstlichen Eissorten.
Vor einigen Jahren wurde übrigens die gesamte Innenstadt nach historischem Vorbild mit neuem Pflaster versehen. Dieses passt sehr gut zu den Fachwerkhäusern. Die gleichzeitig neu eingebrachte Kanalisation befindet sich glücklicherweise nun im Untergrund. Es sind also keine Geruchsbelästigungen zu erwarten.

Für die Hinterlassenschaften der Hunde gibt es jetzt auch entsprechende Stationen mit Beuteln und Abfallbehälter. Und nach dem Stadtfest-Umzug werden die Häufchen der teilnehmenden Pferde neuerdings auch gleich beseitigt, ehe sie - wie in früheren Jahren - vom Besucheransturm gleichmäßig im Ort verteilt wurden.