Zur bewegten Geschichte unserer Stadt Schmalkalden
Schmalkalden wird zum 1. Mal im Jahr 874 als „villa Smalcalta“ genannt. Allerdings wurde die Siedlung 1203 aufgrund von Machtkämpfen um den Königsthron zwischen Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV. wieder zerstört. In 1250 findet der Ort erstmals als Stadt Erwähnung - inzwischen den Grafen von Henneberg zugehörig.

Später um 1320 wurde hier der Kollegialstift „St. Egidii und Erhardi“ und ein Augustinerkloster gegründet. Der Landgraf Heinrich II. von Hessen hat 1360 mit Elisabeth von Henneberg-Schleusingen die Stadt mit Herrenbreitungen zusammen für 43.000 Goldgulden erworben.

Der hessische Landgraf wird jedes Jahr zum Schmalkalder Stadtfest sehr detailgetreu von Gerhard Wolff dargestellt.

1531 wurde während des Konvents in Schmalkalden unter Mitwirkung des Landgrafen Philipp von Hessen der Schmalkaldische Bund - eine Vereinigung von protestantischen Reichsständen – geschlossen. Die Machtkämpfe zwischen diesem Bund und dem Kaiser Karl V., welcher das protestantische Glaubensbekenntnis ablehnte, uferten 1546/47 im „Schmalkaldischen Krieg“ aus.

Ab 1584 regierte der hessische Landgraf Wilhelm IV. (siehe Foto) die Stadt als alleiniger Herrscher und ließ die gleichnamige Wilhelmsburg bauen, welche heute in unserer Stadt nicht mehr wegzudenken ist.

Als ein sehr trauriges Kapitel der Stadtgeschichte ist die in dieser Zeit einsetzende Hexenverfolgung anzusehen, was vor einigen Jahren die äußerst interessante Ausstellung mit dem Titel “Luther und die Hexen“ aufzeigte. Seitdem sieht so manch einer die Verniedlichung von Hexen in Zeichentrickfilmen oder auf Halloween-Dekorationen mit anderen Augen.

Auch während der Naziherrschaft wurden wie vielerorts in Deutschland die jüdischen Familien, die sich seit 1611 im Ort ansiedeln durften, rassistisch verfolgt. Ein jüdischer Friedhof befindet sich heute noch im Eichelbach neben dem Stadtfriedhof.

Auch politische und religiöse Persönlichkeiten, die dem Hitlerregime nicht passten, wurden umgebracht oder in Konzentrationslagern getötet. Die Synagoge in der Judengasse wurde 1938 geschändet und später gesprengt. Durch amerikanische Luftangriffe wurde ein Teil der Altstadt zerstört. Auf dem Questenberg über der Burg kann man heute noch im Gebüsch Bombentrichter erahnen.

Am 3. April 1945 wurde Schmalkalden von der US-Armee besetzt. Später wurde die Stadt der sowjetischen Besatzungszone zugeordnet und gehörte fortan zum Gebiet der DDR.